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Tierseuche Anzeige

Leistungsbeschreibung

Als privater oder gewerblicher Tierhalter sind Sie verpflichtet, bestimmte Tierseuchen bei der zuständigen Stelle anzuzeigen. Anzeigepflichtig ist jedoch nicht nur der Ausbruch (also die Feststellung der Seuche durch einen Tierarzt), sondern bereits der bloße Verdacht auf einen Ausbruch.

An wen muss ich mich wenden?

Die Zuständigkeit liegt beim Landkreis und der kreisfreien Stadt.

Schaf- und Ziegenhaltung

1. Registrierung

Jedes Schaf und jede Ziege ist beim Veterinäramt anzuzeigen. Rechtlicher Hintergrund der Anzeige ist die Viehverkehrsverordnung § 26 (VVVO). Über den Registrierungsantrag, den Sie bei uns erhalten, bekommen Sie durch die VIT in Verden eine Registrierungsnummer zugeteilt.

2. Meldungen

Am Anfang des Jahres muss eine sog. Stichtagsmeldung bei der niedersächsischen Tierseuchenkasse sowie bei der VIT in Verden durch den Tierhalter erfolgen.

Zusätzlich müssen die Übernahmedaten eines Tieres innerhalb von sieben Tagen bei der VIT oder direkt dem HIT angezeigt werden. Abgänge wie bspw. Verkäufe, Verendungen oder Zugänge durch Geburten müssen nicht gemeldet werden. Bei der Anzeige müssen folgende Daten angegeben werden:

- Anzahl der verbrachten Tiere

- Registriernummer

- Datum des Verbringens

- Registriernummer des abgebenden Betriebes

- Datum des Zugangs

Nur der aufnehmende Betrieb hat folglich zu melden, nicht jedoch der abgebende Betrieb.

3. Bestandregister

Jeder Schaf- und Ziegenhalter muss ein Bestandsregister gemäß § 37 i. V. m. der Anlage 11 der Viehverkehrsverordnung führen. Das Bestandsregister muss chronologisch und mit fortlaufenden Seitenzahlen versehen sein. Die Eintragungen sind unverzüglich und in dauerhafter Weise vorzunehmen.

Im Teil A werden Angaben zum Betrieb gemacht, hier sind Mehrfachnennungen möglich.

Der Teil B umfasst Angaben zum Verbringen. Hierbei müssen Abgang und Verkauf von Schlachtlämmern (unter zwölf Monaten) im Inland nur unter der Betriebsidentifikation (keine Einzeltiernummer nötig) angegeben werden.

Verendete oder geborene Tiere müssen im Teil C angegeben werden.

4. Kennzeichnung

Seit dem 1. Januar 2010 ist die elektronische Kennzeichnung bei Schafen und Ziegen eingeführt worden. Grundsätzlich müssen alle Tiere spätestens im Alter von neun Monaten oder aber beim Verlassen des Bestandes gekennzeichnet werden. Es müssen zwei Ohrmarken eingezogen werden, die die Identifizierung des Geburtsbetriebs und eine Individualkennzeichnung sichtbar machen (DE + 01 für die Tierart + 03 für Niedersachsen + 8 Ziffern für die Individuelle Kennzeichnung). Zusätzlich muss eine Ohrmarke elektronisch versehen sein. Alternativ zu der elektronischen Kennzeichnung mittels Ohrmarken, kann auch ein Bolus in den Pansen eingesetzt werden, der ebenfalls elektronisch ablesbar ist. Bei diesem Vorgehen, würde eine Kennzeichnung nur mit einer Ohrmarke ausreichen. Ohrmarken können bei der VIT in Verden bestellt werden.

Für alle Tiere, die vor der Vollendung des ersten Lebensjahres in Deutschland geschlachtet werden sollen, reicht eine vereinfachte Kennzeichnung mittels Bestandsohrmarke aus. Diese Ohrmarke ist weiß mit dem Aufdruck DE + KFZ-Kennzeichen + die sieben letzten Stellen der Registriernummer des Bestandes. 

Ein Tierhalter darf ein Schaf oder eine Ziege nur dann übernehmen, wenn dieses ordnungsgemäß gekennzeichnet ist.

5. Begleitpapiere

Die Begleitpapiere müssen dem Empfänger ausgehändigt werden. Form und Inhalt der Begleitpapiere richtet sich nach Anlage 10 der VVVO. Dabei sind Angaben zum abgebenden Betrieb, Bestimmungsbetrieb, Angaben zu den verbringenden Tieren und zum Transportmittel zu machen. Der Empfänger hat die Begleitpapiere drei Jahre aufzubewahren.

6. Tierarzneimittel

Schaf- und Ziegenhalter haben über jeden Erwerb und jede Anwendung, der von Ihnen bezogenen Tierarzneimitteln Nachweise zu führen. Die Nachweise sind übersichtlich und in allgemeinverständlicher Form zu führen und mindestens fünf Jahre aufzubewahren. Nachweise über den Erwerb sind u. a. zu führen bei Fütterungsarzneimittel und bei Arzneimittel die von einer Tierärztin oder einem Tierarzt abgegeben wurden. 

Bei der Dokumentationspflicht zur Anwendung müssen folgende Angaben gemacht werden:

-          Anzahl, Art und Identität der Tiere,

-          Arzneimittelbezeichnung,

-          Belegnummer des tierärztlichen Abgabebelegs,

-          Verabreichte Menge,

-          Datum der Anwendung,

-          Wartezeit in Tagen und

-          Name der Person, die das Arzneimittel angewendet hat.

Für weitere Fragen steht Ihnen der Fachdienst 203 – Veterinärwesen und Verbraucherschutz – gerne zur Verfügung (05121-309111).

Die Ausführungen dieses Merkblattes erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die einschlägigen Rechtsvorschriften bleiben unberührt.

Welche Gebühren fallen an?

Es fallen keine Gebühren an.

Was sollte ich noch wissen?

Nach dem Tiergesundheitsgesetz (TierGesG) können für Verluste bei Vieh, die durch Tierseuchen entstanden sind, Entschädigungen von der Tierseuchenkasse gewährt werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Seuchenmeldung unverzüglich erstattet wurde und der Tierseuchenkasse mindestens jährlich die Anzahl der gehaltenen Nutztiere (Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Geflügel) gemeldet wird und der jährliche Beitrag bezahlt wurde.

Verfahrensablauf

Folgende Angaben sind bei einer Anzeige hilfreich:

  • Welche Seuche wird vermutet oder welche Symptome treten auf?
  • Art, Anzahl und Standort der Tiere
  • Besitzer der Tiere
  • Wurden bereits Maßnahmen getroffen? Wenn ja, welche?
  • Wurden Tiere gekauft oder verkauft?

Außerdem müssen Sie sofort alle möglichen Maßnahmen treffen, um das Ausbreiten der Seuche zu verhindern, z. B. Tiere aufstallen, "verdächtige" Tiere von den anderen absondern, darauf achten, dass keine Tiere den Standort verlassen.

Nach der Anzeige wird der Verdacht von der zuständigen Stelle untersucht. Handelt es sich tatsächlich um eine Tierseuche, werden die im Einzelfall notwendigen Gegenmaßnahmen (z. B. Quarantäne) getroffen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Es werden keine Unterlagen benötigt.

Welche Fristen muss ich beachten?

Die Anzeige muss unverzüglich erfolgen.

Aktuelles:

Staupe bei verendeten Füchsen am Osterberg in Hildesheim nachgewiesen

Das Hundestaupevirus wird immer wieder, so auch im Landkreis Hildesheim bei Wildtieren nachgewiesen. Aktuell wurden 2 Füchse, die am Osterberg in Hildesheim (ehemaliger Truppenübungsplatz) verendet aufgefunden und zur Untersuchung gebracht wurden, positiv auf Staupe getestet. Neben dem Hund erkranken Wildtiere wie Dachs, Marder, Fuchs, Iltis, Wiesel und zunehmend der Waschbär an Staupe. Ausgelöst wird die Hundestaupe durch das Canine Staupevirus, das eng mit dem Masernvirus des Menschen verwandt ist. Für Menschen ist das Hundestaupevirus allerdings ungefährlich.

Das Staupevirus wird durch Speichel, Nasen-, Augensekret, Kot und Urin infizierter Tiere übertragen.

Gerade Fuchs und Marder werden als Erregerreservoire des Staupevirus angesehen. Diese Tiere trifft man immer häufiger in der Nähe menschlicher Siedlungen an. So können sich nicht impfgeschützte Hunde nicht nur durch andere Hunde, sondern auch durch Wildtiere in ihrer näheren Umgebung oder auch beim Waldspaziergang infizieren.

Erste Krankheitsanzeichen sind Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und hohes Fieber. Hinzu kommt eitriger Augenausfluss. Im weiteren Krankheitsverlauf manifestiert sich die Krankheit als Darmform der Staupe (Durchfall und Erbrechen), als Lungenform (Lungenentzündung) oder als sog. Nervöse Staupeform. Bei der Nervösen Staupeform schädigt das Staupevirus das Gehirn. Es kommt zu Verhaltensänderungen, Zittern, Lähmungen und Krampfanfällen. Diese Form endet fast immer tödlich.

Gegen Staupe kann effektiv geimpft werden. Es wird allen Hundebesitzern von dem Veterinäramt des Landkreises angeraten ihre Hunde gegen Staupe impfen zu lassen und diese Impfung regelmäßig zu wiederholen.

Stand: 31.03.2017

Verfügbare Dokumente

Merkblatt Schaf- und Ziegenhaltung (29 KB)

Bilder

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www.fotos-aus-der-Luft.de: Quelle: www.fotos-aus-der-luft.de
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